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Strom aus Braunkohle deckt pro Jahr etwa ein Viertel des gesamten Bedarfs
an Elektrizität in Deutschland. Dies entspricht einer Wertschöpfung
von etwa
7 Milliarden Euro pro Jahr. Hinzu kommt ein weiterer Wertschöpfungsbeitrag
aus der Weiterverarbeitung von Braunkohle zu Veredlungsprodukten wie
Bri-
ketts oder Staub in Höhe von jährlich 800 Millionen Euro.
Da praktisch alle Stufen dieser Wertschöpfungskette in Deutschland
liegen und keine staatlichen Beihilfen oder Subventionen benötigt
werden, verwirklicht die deutsche Braunkohlenindustrie eine geschlossene
Wertschöpfungskette. Der erwirtschaftete Betrag fließt vollständig
der deutschen Volkswirtschaft und ihrem Bruttosozialprodukt zu. Zugleich
wird durch den eigenständigen Wertschöp-
fungsbeitrag die Außenhandelsbilanz bei den zu importierenden
Energieträgern entlastet.
Die deutsche Braunkohlenindustrie beschäftigte Ende 2008 insgesamt
22.482 Mitarbeiter. Davon waren 11.542 im Rheinland tätig. In der
Lausitz gab es 7.862 Arbeitsplätze. Im Mitteldeutschen Revier bot
die Braunkohle 2.525 und im
Helmstedter Revier 553 Menschen Arbeit. Regionalwirtschaftliche Untersuch-
ungen der Hochschule Niederrhein, der Prognos AG sowie weiterer Institutionen
belegen, dass jedem direkt in der Braunkohlenindustrie Beschäftigten
mittelbar
ein weiterer Arbeitsplatz in der Region zugeordnet werden kann. Die
weitergrei-
fenden Effekte liegen nochmals in der gleichen Größenordnung,
so dass der
Braunkohlenindustrie in Deutschland ein Brutto-Beschäftigungseffekt
von rund 50.000 Arbeitsplätzen zukommt.
Die Verfügbarkeit von Bodenschätzen hat einen maßgeblichen
Einfluss auf
den regionalen Wohlstand. Diese Erfahrung und Beobachtung wird in allen
Braunkohlenrevieren erfolgreich unter Beweis gestellt. Wichtigster Wohlstands-
faktor in den Bergbauregionen sind die Löhne und Gehälter
für die Beschäftigten. Da die Einkommen überwiegend in
der Region ausgegeben werden, werden re-
gionale Kreislaufprozesse aufgelöst, in deren Verlauf weitere Einkommens-
und Beschäftigungseffekte auftreten. Diese regionalen Multiplikatoreneffekte
sind wesentliche Bausteine stabiler Wirtschaftsregionen. Bergbau, Kraftwerke
und Veredelungsbetriebe benötigen für ihren Betrieb eine Vielzahl
von Maschinen, Anlagen, Roh- und Hilfsstoffe sowie Dienstleistungen.
Ein großer Teil dieser Ausgaben und Investitionen verbleibt in
der Region und verstärkt die regiona-
len Kreislaufeffekte.
Der besondere energie- und gesamtvolkswirtschaftliche Beitrag der Braunkohle
liegt in der Sicherung eines wettbewerbsfähigen Strompreisniveaus.
Gewinnung und Verstromung von Braunkohle in Deutschland erfolgen auf
einem internatio-
nal wettbewerbsfähigen Niveau. Als unverzichtbares Grundlastprodukt
leistet Braunkohlenstrom einen unverzichtbaren Beitrag zum Energiemix
in der Strom-
erzeugung. Wettbewerbsfähige Strompreise sind für zahlreiche
Industriebran-
chen ein zentraler Standortfaktor. Standortentscheidungen oder Verlagerungen
werden maßgeblich durch die Energiekosten bestimmt. Werden wettbewerbs-
fähige Energien wie die Braunkohle durch Steuern oder Abgaben zusätzlich
oder unverhältnismäßig belastet, kostet dies nicht nur
Arbeitsplätze in der Braunkohle selbst, sondern auch in vielen
anderen Bereichen, wo Energiekosten eine wichtige Rolle für die
Wettbewerbsfähigkeit spielen.
Das gesamte Investitionsvolumen der deutschen Braunkohlenindustrie ist
ein wichtiger Faktor für die wirtschaftliche und technologische
Entwicklung in Deutschland. Die Kraftwerke in den Revieren werden in
festen Zyklen moderni-
siert oder ersetzt. Die Errichtung eines neuen Kraftwerksblocks erfordert
Inves-
titionen in der Größenordnung von rund einer Milliarde Euro.
Der Bedarf an moderner Kraftwerks-, Bergbau- und Umwelttechnologie hält
wichtige Techno-
logie- und Innovationsentwicklungen in Gang. Jüngstes Beispiel
ist die Ent-
wicklung von Techniken zur Abscheidung von Kohlendioxid aus den Kraft-
werksrauchgasen. Die dem Bergbau folgende Rekultivierung erfordert vielfäl-
tige Leistungen und Innovationen in den Bereichen Wasserhaltung, Umwelt-
technik sowie Landschaftsbau.
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