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Die Bedeutung eigener Energiequellen wächst. Je stärker der
Energiehunger in Entwicklungs- und Schwellenländern wird, desto
höher steigt die Wertschät-
zung für die eigenen Ressourcen. In Deutschland ist die Braunkohle
der mit Ab-
stand wichtigste heimische Energieträger. Mit knapp 170
Millionen Tonnen (Mio. t) lag die Braunkohlenförderung in Deutschland 2009
auf stabilem Niveau. Der deutsche Braunkohlenbergbau umfasst derzeit
vier Reviere. Mit knapp 100 Mio. t entfällt die größte
Fördermenge auf das Rheinische Revier. In der Lausitz erreicht
die Förderung ein Niveau von mehr als 55 Mio. t pro Jahr. Das Mitteldeutsche
Revier im Großraum Halle-Leipzig fördert pro Jahr etwa 20 Mio. t. Das Helmstedter Braunkohlenrevier trägt mit rund 2 Mio.
t Förderleistung zum gesamten deutschen Braunkohlenaufkommen bei. Die deutsche
Braunkohlenförderung hatte 2009 einen Energiegehalt von rund 52
Mio. t Steinkohleneinheiten (SKE). Braunkohle deckte damit etwas mehr als 11 Prozent des gesamten
Energieverbrauchs des Landes.
Deutschland bildet den mit Abstand größten Energiemarkt in
Europa und ist in erheblichem Umfang auf Energieimporte angewiesen.
Besonders hoch ist die Importquote beim Mineralöl mit 97 Prozent.
Beim Erdgas kommt inzwischen nur noch ein knappes Fünftel aus eigenen Quellen. Der Bedarf an Steinkohle wurde 2009
zu knapp 30 Prozent aus heimischer Förderung gedeckt. Durch das
Auslaufen des deutschen Steinkohlenbergbaus wird dieser Beitrag in den
kommenden Jahren kontinuierlich sinken. Der Verbrauch von Braunkohle
wird in Deutschland zu 100 Prozent aus der heimischen Förderung gedeckt. Die Braunkohle ist mit einem
Anteil von knapp 40 Prozent an der inländischen Energiegewinnung
der mit Abstand wichtigste heimische Energieträger. Unter Berücksichtigung
der Nutzung von Wind- und Wasserkraft liegt die Importabhängigkeit
der deutschen Energie-versorgung bei rund 70 Prozent. Aufgrund der in
Deutschland vorgehaltenen mehrjährigen Brennstoffvorräte kann
auch die Kernkraft den heimischen Energie-trägern zugeordnet werden. Bei Berücksichtigung der Kernenergie sinkt die
Importquote der deutschen Energieversorgung auf rund 60 Prozent.
Braunkohle war 2009 nach Mineralöl und Erdgas der drittwichtigste Energieträger. Die Braunkohle leistet
seit vielen Jahren einen stabilen Beitrag zur Energie-versorgung des
Landes, begrenzt die Importabhängigkeit und dämpft die Auswirkungen internationaler Preisbewegungen
auf den heimischen Markt.
Braunkohle und Strom bilden eine enge und bewährte Partnerschaft.
Braunkohle
wird nahe am Ort der Gewinnung verstromt. Rund 92 Prozent der gesamten
Braun-
kohlenförderung werden in Kraftwerken zu Strom und Wärme umgewandelt.
Das schont Umwelt und Ressourcen und ist kostengünstig. Angesichts
des rückläufi-
gen Beitrags der Kernenergie sowie deutscher Steinkohle zur inländischen
Strom-
erzeugung gewinnt die Braunkohle als einziger heimischer Energieträger,
der
ohne Subventionen hinreichend verfügbar ist, an Bedeutung. 2009
lag der Anteil der Braunkohle an der Brutto-Stromerzeugung in Deutschland
mit rund 147 Terawattstunden (TWh) bei fast 25 Prozent und damit stammte
2009 jede vierte in Deutschland verbrauchte Kilowattstunde Strom aus
Braunkohle. Auch in Zukunft wird mit ähnlich hohen Beiträgen
der Braunkohle gerechnet.
Die Förderung deutscher Steinkohle sinkt bis 2012 auf etwa 12 Mio.
t und könnte im Jahre 2018 möglicherweise ganz auslaufen.
Die deutschen Steinkohlenkraftwerke sind damit zunehmend auf Importe
angewiesen. Die Nutzung der Kernenergie wird aktuell neu diskutiert. Der Einsatz von Erdgas in der Stromerzeugung konzentriert sich auf wenige
Großanlagen sowie kraft-wärme-gekoppelte Anlagen im kommunalen Bereich.
Der Anteil erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung konnte in den zurückliegenden
Jahren erheblich ausgebaut werden. 2009 lag ihr Anteil bei über 15
Prozent. Das Ausbauziel für 2020 liegt bei 20 Prozent. Damit bleiben
auch nach 2020 die nicht-erneuerbaren Energien Hauptpfeiler der Stromerzeugung in Deutschland.
Vor diesem Hintergrund ist ein langfristig stabiler Beitrag der Braunkohle
zur Stromversorgung dringend geboten.

Die Braunkohle wird bis mindestens 2030 ihre Rolle als wichtigste heimische
Energiequelle verteidigen und eine unverzichtbare Verstromungsenergie
bleiben. Zu diesem Ergebnis kommt ein vom Bundeswirtschaftsminister
beim Energiewirtschaftlichen Institut an der Universität Köln
(EWI) und der Prognos
AG in Auftrag gegebenes Gutachten zur Entwicklung der Energiemärkte.
Die Forscher gehen davon aus, dass der Energieverbrauch in Deutschland
im Jahre 2030 um rund 15 Prozent unter dem des Jahres 2002 liegen wird
und die Wirt-
schaftsleistung des Landes um rund 50 Prozent ansteigt. Die Forschungsinstitute
gehen davon aus, dass 2030 in Deutschland etwa 51 Mio. t SKE Braunkohle
gefördert und damit etwa 11 bis 12 Prozent des Energiebedarfs gedeckt
werden können. Beim Stromverbrauch wird zunächst eine Zunahme
und dann bis 2030
ein kontinuierliches Absinken auf das Niveau des Ausgangsjahrs 2002
erwartet. Anders als der gesamte Energieverbrauch geht der Stromverbrauch
also zunächst nicht zurück. Der Braunkohleneinsatz in Kraftwerken
bleibt nach Ansicht der For-
schungsinstitute bis 2030 stabil. Die kontinuierlich steigenden Wirkungsgrade
der Kraftwerke infolge Ersatz oder Modernisierung sorgen dafür,
das bei kons-
tantem Energieeinsatz rund ein Sechstel mehr Strom aus Braunkohle erzeugt
wird.
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