Ausgabe 2010.04 / Der Wirtschaftsfaktor Braunkohle
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Strom aus Braunkohle deckt pro Jahr etwa ein Viertel des gesamten Bedarfs
an Elektrizität in Deutschland. Dies entspricht einer Wertschöpfung von etwa
7 Milliarden Euro pro Jahr. Hinzu kommt ein weiterer Wertschöpfungsbeitrag
aus der Weiterverarbeitung von Braunkohle zu Veredlungsprodukten wie Bri-
ketts oder Staub in Höhe von jährlich 800 Millionen Euro.

Da praktisch alle Stufen dieser Wertschöpfungskette in Deutschland liegen und keine staatlichen Beihilfen oder Subventionen benötigt werden, verwirklicht die deutsche Braunkohlenindustrie eine geschlossene Wertschöpfungskette. Der erwirtschaftete Betrag fließt vollständig der deutschen Volkswirtschaft und ihrem Bruttosozialprodukt zu. Zugleich wird durch den eigenständigen Wertschöp-
fungsbeitrag die Außenhandelsbilanz bei den zu importierenden Energieträgern entlastet.


Die deutsche Braunkohlenindustrie beschäftigte Ende 2009 insgesamt 22.605 Mitarbeiter. Davon waren 11.562 im Rheinland tätig. In der Lausitz gab es 7.982 Arbeitsplätze. Im Mitteldeutschen Revier bot die Braunkohle 2.513 und im
Helmstedter Revier 548 Menschen Arbeit. Regionalwirtschaftliche Untersuch-
ungen der Hochschule Niederrhein, der Prognos AG sowie weiterer Institutionen belegen, dass jedem direkt in der Braunkohlenindustrie Beschäftigten mittelbar
ein weiterer Arbeitsplatz in der Region zugeordnet werden kann. Die weitergrei-
fenden Effekte liegen nochmals in der gleichen Größenordnung, so dass der
Braunkohlenindustrie in Deutschland ein Brutto-Beschäftigungseffekt von rund 50.000 Arbeitsplätzen zukommt.


Die Verfügbarkeit von Bodenschätzen hat einen maßgeblichen Einfluss auf
den regionalen Wohlstand. Diese Erfahrung und Beobachtung wird in allen Braunkohlenrevieren erfolgreich unter Beweis gestellt. Wichtigster Wohlstands-
faktor in den Bergbauregionen sind die Löhne und Gehälter für die Beschäftigten. Da die Einkommen überwiegend in der Region ausgegeben werden, werden re-
gionale Kreislaufprozesse aufgelöst, in deren Verlauf weitere Einkommens- und Beschäftigungseffekte auftreten. Diese regionalen Multiplikatoreneffekte sind wesentliche Bausteine stabiler Wirtschaftsregionen. Bergbau, Kraftwerke und Veredelungsbetriebe benötigen für ihren Betrieb eine Vielzahl von Maschinen, Anlagen, Roh- und Hilfsstoffe sowie Dienstleistungen. Ein großer Teil dieser Ausgaben und Investitionen verbleibt in der Region und verstärkt die regiona-
len Kreislaufeffekte.


Der besondere energie- und gesamtvolkswirtschaftliche Beitrag der Braunkohle liegt in der Sicherung eines wettbewerbsfähigen Strompreisniveaus. Gewinnung und Verstromung von Braunkohle in Deutschland erfolgen auf einem internatio-
nal wettbewerbsfähigen Niveau. Als Grundlastprodukt leistet Braunkohlenstrom einen unverzichtbaren Beitrag zum Energiemix in der Stromerzeugung. Wettbewerbsfähige Strompreise sind für zahlreiche Industriebranchen ein zentraler Standortfaktor. Standortentscheidungen oder Verlagerungen werden maßgeblich durch die Energiekosten bestimmt. Werden wettbewerbsfähige Energien wie die Braunkohle durch Steuern oder Abgaben zusätzlich oder unverhältnismäßig belastet, kostet dies nicht nur Arbeitsplätze in der Braunkohle selbst, sondern auch in vielen anderen Bereichen, wo Energiekosten eine wichtige Rolle für die Wettbewerbsfähigkeit spielen.


Das gesamte Investitionsvolumen der deutschen Braunkohlenindustrie ist ein wichtiger Faktor für die wirtschaftliche und technologische Entwicklung in Deutschland. Die Kraftwerke in den Revieren werden in festen Zyklen moderni-
siert oder ersetzt. Die Errichtung eines neuen Kraftwerksblocks erfordert Inves-
titionen in der Größenordnung von rund einer Milliarde Euro. Der Bedarf an moderner Kraftwerks-, Bergbau- und Umwelttechnologie hält wichtige Techno-
logie- und Innovationsentwicklungen in Gang. Jüngstes Beispiel ist die Ent-
wicklung von Techniken zur Abscheidung von Kohlendioxid aus den Kraft-
werksrauchgasen. Die dem Bergbau folgende Rekultivierung erfordert vielfäl-
tige Leistungen und Innovationen in den Bereichen Wasserhaltung, Umwelt-
technik sowie Landschaftsbau.


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